Interview

Kreator (Mille Petrozza)

Am Besten stellst Du Dich einfach mal vor...
Mille von Kreator.

Wo liegen Deine musikalischen Wurzeln?
Meine musikalischen Wurzeln liegen wahrscheinlich im Heavy Metal. Angfang der 80er war ich großer Fan von Iron Maiden, Kiss und Judas Priest. Später war ich dann auch Fan von anderen Sachen ... Tja also es ging vom Heavy Metal über Hardcore, Punk zu Wave und Gothic. Also mittlerweile schon breit gefächert, aber die Wurzeln sind eindeutig im Heavy Metal zu finden.

Und als Musiker selbst, womit hast Du angefangen?
Hmm... Akustikgitarre (lacht).  Ganz kurz, danach direkt Elektro-Gitarre und die spiel ich ja immer noch. Die Band Kreator ist eigentlich aus einer Schülerband entstanden und im Prinzip ist es auch noch im Kern diese Schülerband. Und meine musikalischen Wurzeln sind da auch zu finden in der ... (lacht) Schülerband-Musik.

Gerade was die Band betrifft: Gibt es etwas, das Du bereust getan oder eben nicht getan zu haben?
Diese Frage ist relativ schwer zu beantworten ...
In Bezug auf die Band gibt's bestimmt Dinger, aber ... bestimmte Dinge sind einfach so, wie sie sind und da jetzt zu spekulieren, was gewesen wäre, wenn ich nicht dieses oder jenes getan hätte an einem bestimmten Punkt oder in der Zeit, führt ja zu nichts. Also ich bereue nichts, weder was ich getan noch was ich nicht getan habe.

Wenn Du kein Musiker wärest, was wärest Du dann geworden?
Ich hoffe mal, dass ich das, was ich als Kind vorhatte zu werden, geworden wäre, nämlich ... Superheld! (lacht)
Was für einer?
(lacht) Einer, der gegen das Böse kämpft.
(beide lachen) Wenn ich dran denke, komme ich am Ende noch mal darauf zurück.

Wie kann man sich einen ganz normalen Tag in Deinem Leben vorstellen?
Ich stehe irgendwann morgens auf, um 9. Und gehe dann entweder zum Sport oder an den Computer. Danach mache ich Band-Management ... und dann irgendwann ist es dann auch schon Abend und dann mach ich nicht mehr viel.

Wenn Du wüsstest, dass morgen die Welt untergeht, was würdest Du tun?
Was würdest DU tun?
Ich?
(Stille)
Hmm. Ich weiß nicht
(lacht boshaft)
mich mit meiner Familie aussprechen.
Echt?
Ja, zum Beispiel.
Das ist ne gute Idee. Ich weiß nicht genau, ob ich das auch tun würde. Aber wahrscheinlich würde ich was lustigeres tun, als mich mit meiner Familie auszusprechen. Ich glaube mit seiner Familie kann man auch noch nach dem Tod ins Reine kommen. (beide lachen)

Wenn Du Gott eine Frage stellen dürftest, was würdest Du wissen wollen?
Da ich davon ausgehe, bzw. da ich davon überzeugt bin, dass es keinen Gott gibt, würde ich auch niemandem eine Frage stellen können.
Ich weiß, worauf Du hinaus willst. Du meinst dieses Gedankenspiel, Gott erzählt Dir, was passieren kann. Das ist eine gute Frage, aber ich kann sie nicht beantworten, weil ich glaube, dass wir alle Dinge, die wir nicht wissen, mit Grund nicht wissen. Also es gibt einen bestimmten Grund, warum wir bestimmte Dinge nicht wissen. Deswegen möchte ich auch, selbst wenn es einen Gott geben würde, nichts von ihm wissen wollen. Weil, wenn Du ihn fragen würdest, was passiert nach dem Tod, könntest Du es ja gar nicht erfahren, bevor Du tot bist, also erübrigt sich die Frage. (im Flüsterton) Mein Gott ...

Was ist zurzeit das Wichtigste in Deinem Leben?
puh, ja ich weiß nicht ... (denkt nach) das wichtigste in meinem Leben ...
dass ich zufrieden bin.

Was ist für Dich der schönste Platz auf der Welt?
Zu Hause! Meine Wohnung.

Und was ist Deine schlechteste Angewohnheit?
Ämm, leicht chaotisch zu sein.
Nur leicht?
Ja, also es ist im überschaubaren Rahmen. Ich habe meine eigene Ordnung, aber die ist keine wirkliche Ordnung.
Willkommen im Club.
(beide lachen)

Sex, Drugs and Rock'n'Roll – in welcher Reihenfolge?
Erst Sex ... Nee, erst Rock'n- ja, erst- nja, erst Sex und Rock'n'Roll, die sind beider auf einer [Stufe – Anm.d.Red.] – so Drugs, die sind nicht so wichtig.
Das ist schonmal gut.
(zustimmendes) ne'
Also Drogen sind nicht wichtig. Vor allen Dingen verwirren die einem nur den Kopf. Also ich glaube Sex und Rock'n'Roll auf einer Stufe, und dann Drogen. Aber wenn – Drogen müssen eigentlich gar nicht sein. Also machen wir nur Sex und Drogen – äh, Sex und Rock'n'Roll.

Bist Du ein Familienmensch oder mehr so der ... „Lonewolf“/“lonesome rider“-Typ?
(lacht) Es gibt wahrscheinlich Phasen im meinem Leben, da war ich mehr der Familienmensch, und dann auch wieder ein (lacht) „lonesome rider“-Typ. Sowohl als auch würde ich sagen. Also es gibt bestimmte Stunden, da bin ich eher familiär veranlagt, und manchmal eben eher ähm... ein ... einsamer Reiter, äh Rider (beide lachen).

Wen würdest Du gerne mal treffen, außerhalb der Musik?
Harald Lesch. Weißt Du, wer das ist?
Ähm, nein, ich glaube nicht.
Das ist auf Bayern3 ein Philosoph der über Astrophysik spricht. Aber der ist mir jetzt nur so spontan eingefallen. Den muss ich jetzt auch nicht unbedingt treffen. Er ist ein Astrophysiker, ich muss den auch nicht unbedingt treffen, aber ich würde sagen, den würde ich gerne mal treffen. Weil der cool ist.
Du interessierst Dich wohl für Astrophysik?
Unter Anderem - Aber ich muss den auch nicht unbedingt treffen.

Mit welchem Musiker würdest Du gerne einmal zusammen auf einer Bühne stehen und performen?
(Stille) Keine Ahnung (lacht). (denkt intensiv nach) keine Ahnung, vielleicht mit Lisa Gerrard [Anm.d.Red: australische Sängerin, Komponistin, bekannt durch die Gruppe Dead Can Dance] oder mit Björk oder so. Das würde bestimmt Spaß machen.
Sehr interessant. Ist ja ein bisschen anderer Stil.
Ja allerdings.
Könntest Du Dir denn vorstellen, so was auch also Projekt, bzw. auf CD oder so zu machen?
Das könnte ich mir schon vorstellen, ja. Aber im Moment habe ich nicht die Zeit dafür. So was muss auch geplant, richtig gut vorbereitet sein. Also wenn ich jetzt irgend so einen Output machen würde außerhalb von Kreator, dann müsste der mindestens genauso viel Energie und Zeit in Anspruch nehmen können. Im Moment ist das einfach so ein Zeitproblem. Ich bräuchte wahrscheinlich einfach ein drittes und viertes Leben, dann könnte ich das alles verwirklichen. (...)

Nun also zu den Superhelden:
Wenn Du und Deine Kollegen Superhelden wäret, welche wäret Ihr dann?

Die fantastischen – Nein! Die Gerechtigkeitsliga!
Und Comicfiguren?
Also, ich wäre auf jeden Fall Spiderman, wenn's geht.
Du bist also auch einer von denen, die enge Leggins tragen wollen würden...
Nicht aus Fetisch-Gründen.


Das neue Album:
Erzähl doch mal was. Was Dir besonders am Herzen liegt.

(Stille) Ja, das neue Album ist eigentlich ... Ja, jetzt hast Du mich mit Deinen anderen Fragen so verwirrt, dass ich noch gar nicht im neuen-Album-Modus bin.
Das tut mir leid.
(beide lachen) Es ist natürlich ein gutes Album. Es ist unser 12tes und es ist immer noch gut, obwohl's das 12. ist.

Mal vom neuen abgesehen, hast Du ein Lieblingsalbum?
Von uns?
Ja.
Das neue.
Und ein Lieblingslied, ein eigenes?
Auch auf der Neuen. Warcurse ist gut, das neue. Auf der Neuen. Das 2. Lied. Oder Amok Run, ist auch gut. Aber die sind eigentlich alle ganz gut, die Stücke.

mica

 

02.03.2009

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