Interview

Norther - Jukka Koskinen

Bitte stell Dich und Deine Band einfach mal selber vor.
Hallo, ich bin Jukka, Bassist von Norther, und einer der Komponisten des phantastischen Norhter-Teams, wie all die anderen Jungs auch.

Norther: Wie hat alles angefangen?
Oh, das liegt eine ganze Weile zurück, quasi ein Jahrzehnt. Norther unterzeichneten 2000 einen Plattenvertrag mit Spinefarm,  seitdem hat es eine Menge Besetzungen gegeben. Nach den Aufnahmen zur Demo hat sich die letztendliche Besetzung gefunden und Norther veröffentlichten ihr erstes Album, unser erstes Album, 2002 via Spinefarm.
(…) Diese Besetzung hat gehalten bis vor ein paar Jahren. Unser ehemaliger Schlagzeug hat uns verlassen und wir haben nun einen Neuen, Heikki Saari, und vor etwa zwei Jahren hat sich unser Sänger, Petri, entscheiden, mehr Zeit in Ensiferum, bei denen er ebenfalls singt, zu investieren, das war eine völlig natürliche Entscheidung, und es war natürlich und auch besser, dass er unsere Band verlassen würde, also haben wir schon auf dem neuen Album einen neuen Sänger. Sein Name ist Aleksi Sihvonen und da unser vorheriger Sänger ebenfalls Gitarrist war, haben wir auch einen Gitarristen gebraucht. Sein Name ist Daniel Freyberg. Aus fünf Leuten wurden also sechs und ich muss sagen, dass wir dadurch um einiges facettenreicher und energetischer sind als je zuvor.

Wie hat sich die Suche nach dem neuen Sänger gestaltet? Und wie waren die Reaktionen?
Nun… es gibt so viele Antworten, wie es Menschen gibt, unter den Fans, aber auch in gewisser Weise den Bandmitgliedern. Wir haben uns zusammen mit Petri, unserem ehemaligen Sänger, entschieden, dass es vielleicht besser wäre, wenn er sich mehr auf Ensiferum konzentrierte, und sich unsere Wege trennen, denn für ihn war es ziemlich schwer, alle Termine unter einen Hut zu bekommen und Norther ebenso viel Aufmerksamkeit zu schenken wie anderen Dingen. Nun, als er ging, war das natürlich ein Schock für viele Leute, denn Petri war in Imagesachen nun einmal Aushängeschild der Band. Das war am Anfang so, dass er der Frontmann war, aber mit der Zeit haben wir immer mehr als Team gearbeitet, so hatte jeder von uns mehr oder weniger geführt hat, aber für die Fans war immer noch Petri der Frontmann. Natürlich waren die Leute sehr enttäuscht, aber auf der anderen Seite wünschten sie den verbleibenden Norther-Jungs nur das Beste und dass wir einen tollen Neuen ins Boot holen und weitermachen. Und das ist es, was wir getan haben. Als Petri die Band verlassen hat, haben wir uns auf die Suche nach einem neuen Sänger und Gitarristen gemacht. Das haben wir auf unserer Website veröffentlicht, und in den Magazinen. Ebenso haben wir einen Clip aus dem letzten Album, einen Song namens Frozen [Angel, Anm.d.Red.] ohne Gesangsspur veröffentlicht, so dass die Leute, die sich bewerben wollen, eine entsprechende Kostprobe ihres Könnens abgeben konnten. Es hat schon ein paar Monate gedauert, wir wollten uns mit der Suche ja auch Zeit lassen, denn es ging um den neuen Frontmann, unseren Leadsänger, und wir wollten es uns mehr als bloß zweimal überlegen. Nun, die Suche ging weiter und es kamen Beiträge aus aller Welt, alle möglichen Sänger und Gitarristen. Zur selben Zeit hörten wir Aleksi Sihvonen, der damals in einer Band namens Imperanon war, sie spielten einen Gig im … einem lokalen Szenetreff hier in Helsinki. Wir dachten, lasst uns dahingehen und den Kerl mal anschauen. Und als wir da auf der Bühne sahen, singend, das war einfach toll, was er da geleistet hat, also dachten wir, wir gehen auf IHN zu. Also haben wir uns auf ein Bier zusammengesetzt und ein bisschen geredet. Und nach vielleicht 30 Sekunden fühlen wir uns, als hätten wir einen alten aus den Augen verlorenen Freund vor uns sitzen. Danach dachten wir darüber nach, was er nun tun sollte. Also machte er wie die anderen Bewerber einen Vocalclip zu Frozen Angel. Und ich muss sagen, der hat uns einfach von den Socken gehauen. Das war einfach tolle Arbeit, die er gemacht hat und wir mussten nicht länger darüber nachdenken, denn es fühle sich einfach absolut natürlich an: Er war der Mann für den Job! (…) Zur selben Zeit fehlte uns aber noch der Gitarrist, denn Aleksi sollte sich ganz auf den Gesang konzentrieren. Als dann Daniel Freyberg dazu kam, das war irgendwie ganz natürlich, wir kennen ich schon seit Jahren, er ist ein toller Typ, ein Wahnsinnsgitarrist. Wir mussten auch bei ihm nicht lange überlegen, was zu tun sei. Ich denke, dass nun unser Lineup, gerade in Bezug auf Fähigkeiten und Live-Qualität, sehr stark weiterentwickelt, denn jetzt können wir alle irgendwie tiefergehen in Sachen Komposition. Aleksi konzentriert sich nur auf den Gesang, so kann er auch über verschiedene, ausgereiftere, Rhythmen nachdenken. In der Vergangenheit hatten wir einen Sänger UND Gitarristen in einer Person, also mussten wir oft überlegen, was zu singen möglich war, ohne dass es zu schwer wurde, dabei Gitarre zu spielen. Das neue Album ist also wesentlich ausgereifter, es ist überwältigend in vielerlei Hinsicht und Norther sind einfach viele, viele Level weiter nach oben gerückt.

Du spielt auch in anderen Bands und Projekten, wie z.B. Cain’s Offering…
Ja, an dem Projekt habe ich mitgewirkt, aber ich spiele auch in anderen Bands, nämlich Wintersun und Amberian Dawn.

Ja, lass uns über diese Bands sprechen…
Natürlich. Die Bands in denen ich spiele sind vom Stil her sehr verschieden und ich habe es schon immer geliebt, überhaupt zu spielen und verschiedene Sachen auszuprobieren, und in den letzten Jahren habe ich immer darauf geachtet, dass sich die verschiedenen Pläne nicht überkreuzten. Ich hatte also nie irgendwelche Probleme dahingehend. Ich wollte immer verschiedene Musikstile spielen, das ist es was ich liebe. Das ist im Grunde auch schon alles.

Welche ist Deine Hauptband?
Oh, das ist schwer zu sagen. Ich widme mich allen Bands gleichermaßen intensiv, also würde ich sie nicht in eine Rangordnung stecken. Die Bands sind allesamt so verschieden, dass es wirklich unmöglich ist. Ich liebe Norther, ich liebe Wintersun und ich liebe Amberian Dawn. Cain’s Offering war eher ein Projekt, nur das eine Album, also wer weiß schon, was die Zukunft bringt (…).

Kannst Du von der Musik leben, oder verdienst Du Dir Deinen Lebensunterhalt anderweitig?
Nun, ich habe mich bis hierhin durchgeschlagen, und da ich in verschiedenen Bands spiele, habe ich auch verschiedene Geldquellen. Also konnte ich bis jetzt von der Musik leben und das wird hoffentlich so weiter gehen. Ich bin sehr froh über meine Situation. Hin und wieder arbeite ich auch nebenbei ein bisschen, einfach um mich auf verschiedene Weise aktiv zu halten, z.B. wenn ich nicht so viele Shows zu spielen habe. Aber im Grunde ist die Musik meine Leidenschaft, und erfüllt mich voll und ganz.

Wenn Ihr keine Musiker geworden wärt, was dann?
Oh, das ist eine schwere Frage (…). Also ich hab in der Vergangenheit studiert und ich bin quasi ein gebildeter Mensch, aber im Grunde habe ich dem nie große Beachtung geschenkt, denn ich habe immer Musik gemacht. Auf der anderen Seite befasse ich mich auch mit der anderen Seite der Musik wie Managment-Sachen. Also würde ich schätzen dass ich, wenn ich keine Musik machte, Maneger wäre oder in einer Plattenfirma arbeitete.

Wenn morgen die Welt unterginge, und Ihr wüsstet es, was würdet Ihr tun?
Ich würde sofort zu meiner Freundin gehen und es ihr erzählen. Dann würde ich den schönsten Abend und die tollste Nacht mit ihr verbringen. 

mica

 

14.04.2011

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