Interview

Mistweaver

Lass’ uns mit einer kurzen Einführung beginnen: Wer bist du?
Ok. Ich bin Raul (Gitarre und Gesang) der spanischen Metalband Mistweaver.

Deine musikalische Karriere: Wann begann sie und in welcher Weise?
Ich gründete diese Band im Oktober 1997 und unsere erste Probe fand im Januar 1998 statt, sobald wir einen Proberaum gefunden hatten. Ich bin das einzige Mitglied aus jenen Tagen. Am Anfang wollten wir eine Mischung aus Death, Doom, ein bisschen Black, … spielen, aber im Laufe der Jahre haben wir unseren eigenen Stil entwickelt, auch wenn wir immer in die Melodic Death Metal-Ecke gestellt werden, vor allem von Rezensenten und so.

Erinnerst Du dich an Deinen (wirklich) ersten Kontakt mit Musik? Erzählen uns davon…
Ich fing an, Musik zu hören, als ich elf war, denke ich. In jener Zeit gefiel mir all das, was ich im Radio so hörte wie Bon Jovi, Europe, ... (Das ist meine dunkle Seite L). Ein paar Jahre später entdeckte ich dem METAL mit Bands wie Dio, Iron Maiden, Twisted Sister, ... und von da an habe ich mein Leben lang Metal gemacht. Ziemlich bald fand ich mit Metallica, Slayer, Kreator, Testament,... zum Thrash und dieser Entwicklung folgend kam ich auf den extremen Pfad von Death Metal, Black,... Ich kaufte außerdem meine erste E-Gitarre und fiel so den Mächten der Finsternis anheim.

"Tales From The Grave" wurde in Schweden aufgenommen. Hattet ihr einen besonderen Grund für diese Entscheidung?
Yes, auf jeden Fall.
Der Hauptgrund ist, dass unser Stil dort sehr bekannt ist. Es gibt massenhaft Bands dort, die Melodic Death Metal spielen und darum wissen die Studios, wie dieser Stil auszusehen hat, darum ist der Sound immer perfekt. Und wir mochten Andy Larocque als Gitarrist und als Produzent: wir hörten ein paar Sachen, die er produziert hatte und da wussten wir, dass wir sein Studio nehmen mussten. In der Vergangenheit haben wir einige Sachen hier in unserem Land aufgenommen und das endete immer ein bisschen frustriert. Wir wollten nicht, dass das nochmal passiert. Ein weiterer Grund ist, dass wir alle verschiedene Arbeitsplätze und nur einen Monat Urlaub pro Jahr haben, wenn wir also aufnehmen wollen und wir etwa zwei Wochen dafür brauchen, ziehen wir es vor, ins Ausland zu gehen. So werden wir uns auf das Album konzentrieren, weil wir nicht zwei Wochen damit verschwenden, in unserer eigenen Stadt oder hier in der Nähe aufzunehmen, die auch als Urlaub zu betrachten sind.

Hast du einen bestimmten Lieblingssong auf dem Album?
Ich mag jeden Song (eine typische Antwort, nicht wahr). Ich stecke all mein Blut in sie, von daher ... aber zum Beispiel läuft „Sons of Darkness“ richtig gut auf der Bühne, auch „Voices from the Grave“ und „666-The call“ geht dir voll in die Fresse. Dann haben wir noch einen mittelalterlichen (und sehr harten) Song wie Another Endless Night, und das Outro von A Madman's Epitaph ist wirklich beängstigend, das mag ich also auch. Ich weiß nicht, ... Ich hoffe, euch gefällt das ganze Album.

Erzähl’ uns vom kreativen Prozess: Was kam zuerst? Musik oder Texte?
Immer die Musik, daran besteht kein Zweifel. Ich kann eine Idee zu den Lyrics im Kopf haben, aber zuerst muss die Musik komponiert sein. Ich hatte mit einigen meiner anderen Bands manchmal die Texte schon geschrieben und danach mussten wir sie in die Musik einpassen und glaubt mir, das ist ein Chaos. Ich kenne ein paar Leute, die die Texte schreiben und danach die Musik, aber das ist nichts für mich, weder meine Arbeitsweise noch was ich mag. Ich spiele und von Zeit zu Zeit mag ich ein Riff, das nehme ich dann auf und später kommt ein weiteres dazu und so. Ich verbinde sie und so entsteht dann ein Song. Manchmal ist es einfach, manchmal nicht.

Hast du studiert oder so?
Du meinst, Gitarre zu spielen? Ich habe es mir selbst beigebracht, später dann habe ich ein Jahr (an den Wochenenden) am IMT (Music and Technology Institute) gelernt. Ich musste ein bisschen Theorie und so lernen, aber was ich wirklich mag, ist es zu spielen, nicht alles zu analysieren.

Bist du ein Familienmensch?
Nein, noch nicht, denke ich, hehehe. Die anderen Jungs sind es auch nicht.

Woher nimmst du deine Inspiration?
Ich weiß nicht, es kommt darauf an. Für die Texte zum Beispiel, ist es so, dass ich manchmal einen Film sehe und davon etwas mitnehme. Manchmal auch aus Büchern, immer Horror, Mystery, Okkultes, Satanismus,… Bei der Musik ist es unterschiedlich. Ich spiele Sachen und da ist dann etwas Cooles dabei, davon nehme ich dann ein Riff oder eine Melodie, um den Song vorzubereiten. Ich kann mehrere Songs in ein paar Wochen komponieren, und dann wiederum eine lange Zeit verbringen, ohne irgendetwas Neues hinzukriegen. 

Wo siehst Du Dich selbst in zehn Jahren?
Tot?? Hehehe, ich weiß nicht.
Vermutlich arbeite ich noch in der gleichen verdammten Fabrik oder wo auch immer und bin frustriert, weil ich nie das bekommen habe, was ich mir für meine musikalische Karriere gewünscht habe. Vielleicht spiele ich Coversongs in lokalen Clubs, wer weiß...

Wenn du eine Comicfigur wärst, wer wärst du?
Puh, um ehrlich zu sein, ich habe mich nie so für die Comicwelt interessiert, aber … vielleicht Conan?? Ich denke, Conan ist aus einem Comic, oder??

Wenn morgen die Welt unterginge und du davon wüsstest, was würdest du tun?
Morgen?? Meinst du nicht, dass das ein bisschen zu früh ist?? Wie auch immer, ich denke, ich würde mich hemmungslos betrinken.

Stell dir vor, du strandest auf einer einsamen Insel… Was hättest du gern bei dir?
Meine Freundin, Gitarren, meine CD-Sammlung und eine Hi-Fi-Anlage (mit Strom) zum Abspielen, Bier und ein paar Getränke,... Ich weiß nicht – wären Freunde und Familie zu viel??? Hehehe

mica, apae

 

14.04.2011

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