Interview

The Jade

Stellt euch bitte einmal unseren Lesern vor.
Wille: Ich bin der Sänger.
Pekko: Ich spiele Gitarre.
Sirpa: Ich bin die Schlagzeugerin.
Jann: Ich bin Jann, ich spiele hin und wieder Bass.

Wann und wie seid ihr zur Musik gekommen? Und was würdet ihr sagen, war euer größter Impuls oder euer größter Anreiz?
Wille: Ich bin ein Musik-Fan seit ich ein kleines Kind war. Ich habe angefangen Gitarre zu spielen als ich etwa 13 Jahre alt war und ich habe in Bands gesungen seit ich 16 war. Ich denke, mein größter musikalischer Einfluss waren Kiss, aber viele einflussreiche Bands haben auf mich eingewirkt, die ich auch heute noch sehr mag.
Pekko: Ich denke, ich muss zum ersten Mal Rockmusik gehört haben, als ich meinen Onkel bei sich zu Hause besucht habe. Ich denke, es muss später 1970er Rock gewesen sein. Finnischer Punk vielleicht. Und mein Onkel spielte auch Gitarre, also dachte ich, das ist irgendwie cool. Und Elvis im Fernsehen zu sehen, gab den endgültigen Anstoß.
Sirpa: Mein erstes Instrument war Klavier, aber ich habe wirklich schnell das Interesse verloren, weil ich Theorieunterricht hasse. Später habe ich angefangen in einer Girlband Schlagzeug zu spielen. Damals hat es tatsächlich Spaß gemacht, aber wenn ich jetzt zurück denke, waren wir wirklich schlecht. Duran Duran war die erste Band, die ich wirklich mochte. Ich war ungefähr 12 zu dieser Zeit. Wenige Jahre später habe ich Hanoi Rocks und Smack gehört. Diese Bands haben mich zur Rockmusik gebracht.
Jann: Als ich aufwuchs, probte die finnische Band Hurriganes im Keller nebenan. Meine Mutter hörte Black Sabbath, Led Zeppelin, CCR und Vater mochte die Beatles und einige finnische Musik. Ich habe auch einige großartige Alben meines Onkels gehört, daher dauerte es nicht lang bis ich mich völlig für Musik interessierte. Es war also immer Musik um mich herum so weit ich mich erinnern kann. Als ich für mich persönlich Hanoi Rocks und die Sex Pistols entdeckte, gab es kein Zurück mehr. Und ja, Lords Of The New Church natürlich.

Welchen Beruf hättet ihr, wenn ihr keine Musiker wäret?
Wille: Es könnte etwas sein, was mit Filmen oder Ernährung in Verbindung steht.
Pekko: Ein Straßenprediger. Oder ein anarchistischer Politiker.
Sirpa: Ich habe einen weiteren Beruf. Wenn ich nicht an das Geld denken müsste, würde ich gern ehrenamtliche Arbeiten machen mit Obdachlosen oder älteren Menschen. Oder beidem.
Jann: Ich wäre ein Schwergewichtsmeister von etwas, das ich nicht weiß.

Was ist das Beste am Musiker sein? (Konzerte, Autogrammstunden, Besichtigungstouren, Schlafen, Feiern,…)
Wille: Es ist das Gesamtpaket. Wahrscheinlich ist es das Beste, wenn die Leute deine Musik auf irgendeine Art mögen, ich meine, wenn dir jemand Anerkennung oder ein Kompliment gibt für das was du machst. Gute Shows zu spielen ist ebenfalls großartig.
Pekko:
Ich liebe es Shows zu spielen, aber beinahe das Gesamtpaket macht es. Gut, ich würde sagen, die Musik zu machen fühlt sich fast immer gut an, aber alles was das Geschäft betrifft, ist einfach nur verdammte Scheiße.
Sirpa: Auftritte, auf jeden Fall. Ich mag es auch Zeit im Proberaum zu verbringen. Neue Songs zu proben ist klasse.
Jann: Live zu spielen und proben. Neue, coole Melodien zu hören. Andere bedeutende Musiker zu treffen. Ihr wisst schon, was auch immer.

Euer Debütalbum
Seconds Away From Salvation erschien am 30. Oktober 2009. Wie war das Komponieren?
Wille: Okay, beispielsweise habe ich The Flame vor vielen, vielen Jahren geschrieben. Es hatte ursprünglich finnischen Text und sollte ein Akustik Popsong sein, wie er es damals war. Aber nachdem The Jade gegründet wurden, habe ich den Liedtext neu verfasst in Englisch mit einem völlig anderen Thema und den Song zu einer beinahe sehr schnellen Rocknummer geändert. Da The Jade ihn ein paar Jahre geprobt hat, entwickelte er sich zu einer Version, die ihr auf dem Album hören könnt. Mit The Jade haben sich die Melodie und Akkorde ebenfalls erneut verändert. Manchmal nehmen Songs einen Umweg.
Pekko:
Auf Seconds Away From Salvation haben wir auch die Songs genutzt, welche wir schon vor einer Weile komponiert hatten. Die Hälfte der Songs sind brandneue, so einfach war es, wenn es zum Komponieren kommt. Texte zu schreiben dauert immer länger und kann manchmal ein Höllentrip sein. Wir hatten beinahe dreißig Lieder, also war es nicht so einfach, die Songs für das Album auszuwählen.
Jann: Gut, Pekko hat die meisten Songs geschrieben. Wenn es zu meinem Zeug kommt, höre ich eine Melodie in meinem Kopf und versuche die Akkorde dazu zu finden. Dann bastele ich herum und bringe etwas zu den anderen mit, wenn ich mich nicht zu unsicher fühle. Es gibt ein paar Songs, die von mir und Pekko geschaffen wurden. Bei diesen kam ich ursprünglich mit etwas daher und Pekko fragte, ob er etwas anderes damit probieren könnte. Ich war damit einverstanden, da es in der Vergangenheit auch gut funktioniert hatte. Also mit den Titeln, die wir zusammen geschrieben haben, kam dies und das von mir und dies, das und jenes von Pekko. Es klang einfach großartig. Aber bisher haben wir uns nicht hingesetzt und gedacht: Hey, was meinst du sollte nach diesem oder jenem kommen?

Den kreativen Prozess betreffend – was kommt zuerst, die Musik oder die Texte oder kommt es alles zusammen?

Pekko: Wenn wir über die Songs reden, die ich geschrieben habe, kommt die Melodie immer zuerst. Dann die Akkorde und die rhythmischen Teile. Texte sind das Schwierige. Üblicherweise muss ich aus irgendeinem Grund den schwierigsten Weg wählen, wenn es um Worte geht. Ich versuche immer Klischees zu vermeiden. Ich bevorzuge eine poetische Art und Weise.
Jann:
Die Melodie kommt normalerweise zuerst, aber manchmal hast du ein paar Zeilen, die anfangen ihre eigene Melodie zu erzeugen. Es kommt darauf an, ihr wisst schon.

Woher nehmt ihr euere Inspiration?
Wille: Das Leben ist die Inspiration. Ein Verlangen etwas Erstrebenswertes zu tun oder zu vollbringen. Ich erhalte meine Inspiration aus Filmen, durch Treffen mit Freunden, Schlafen und Entspannen, neue Musik hören und so weiter.
Pekko: Aus meinem eigenen Leben und aus dem Leben anderer Leute. Ich denke beinahe immer irgendetwas. Gedanken fliegen herum. Oder Erinnerungen.
Jann: Aus dem tiefsten Innern. Da sind die Echos des Urknalls, du greifst nach dem allerersten Gefühl, welches du vor einigen Millionen Jahren hattest.

Was würdet ihr sagen, ist das Wichtigste im Moment in euerem Leben?
Wille: Gesundheit und Freunde.
Pekko: Am Leben zu sein. Sicherlich gibt es Zeiten, bei der ich mir über die Bedeutung dessen nicht sicher bin, aber es fühlt sich immer gut an morgens aufzuwachen. Der Winter und die Dunkelheit fühlen sich sehr bedrückend an im Moment. Ich fühle mich besser, wenn man ein bisschen Licht sehen kann.
Sirpa: Gesundheit und ein Zuhause zum Entspannen.
Jann: Dasselbe wie immer, atmen und Musik.

Was glaubt ihr, wird die Zukunft bringen und welche Pläne habt ihr bereits?
Habt ihr schon eine Tour mit euerem ersten Album geplant?

Wille:
Wir spielen hin und wieder Konzerte, aber da wir keine Booking-Agentur haben, haben wir keine geplante Tour im Moment. Wir werden bald ein weiteres Video drehen und eine Single von unserem neuen Album herausbringen.
Pekko: Ich habe keine Idee, was die Zukunft bringen wird. Ein Booking-Agent wäre sehr willkommen. Ein Guter.
Sirpa: Ich weiß nichts die Zukunft betreffend. Jetzt nehme ich es Tag für Tag. Lasst uns abwarten was passiert.
Jann: Ja, die Zukunft ist weit offen. Im Moment sind wir eine Rock’n’Roll Band keine Booking-Agentur, also planen wir keine Touren, wenn jemand uns ein Konzert anbietet oder uns für eine Tour bucht, werden wir losziehen und es mit Klasse durchziehen.
Was mögt ihr am auf Tour sein?
Wille: Die Shows sind das Highlight auf jeder Tour und das Gefühl nach der Show ist auch wichtig. Darüber hinaus liebe ich es unterschiedliche Städte zu sehen und Leute zu treffen.
Pekko: Die Leute, welche die Musik mögen, die wir spielen, zu sehen, zu treffen und mit ihnen zu sprechen. Das ist einfach kostbar!
Sirpa: Die Shows zu spielen. Und Leute und verschiedene Orte kennen zu lernen.
Jann: Live spielen ist die beste Sache auf Erden und ich mag es auf einer Tour zu sein, weil du dann nicht immer über die “alltägliche Scheiße” nachdenken musst, es ist irgendwie wie freier Fall.
Und was mögt ihr nicht daran?
Wille: Wenn du nicht genug Schlaf bekommst, was normalerweise passiert.
Pekko: Ich stimme Wille voll und ganz zu.
Sirpa: Ja, Schlafmangel.
Jann: Wenn es nicht genügend Zeit gibt mit den Leuten und Fans zu sprechen, ich stehe darauf sie zu treffen. Depression nach der Tour ist echt beschissen.

Was mögt ihr am meisten an eueren Bandkollegen?

Wille: Sie sind Engel des Tages.
Pekko: Das könnte ich nicht besser sagen.
Und was mögt ihr nicht an ihnen?
Wille: Sie sind Kreaturen der Nacht.
Pekko: Das könnte ich nicht besser sagen.

Wenn ihr Comiccharaktere wäret, wer wäre dann jeder von euch?
Wille: Ich habe keine Idee, ich könnte nur ich sein, es gibt genug Comic in mir.
Pekko: Wenn ich derjenige sein müsste, wäre ich wahrscheinlich Tex Willer.
Sirpa: Ich denke, ich wäre der kleine Helfer.
Jann: Ich möchte Tao Tao sein. Darf ich?

Die letzten Worte sind für euch bestimmt. Gibt es etwas, dass ihr eueren Fans oder unseren Lesern schon immer sagen wolltet?
Wille: Das neue Album von The Jade Seconds Away From Salvation ist jetzt in Europa erhältlich. Es ist auch in vielen Webshops verfügbar, solltet ihr nicht dort leben. Ein solides, originales Rockalbum mit einigen frischen Einschlägen, nicht immer dasselbe, alte, langweilige Zeug. Ihr werdet überrascht sein.
Pekko: Ganz genau. Seconds Away From Salvation. Aus den Herzen. Aus den Seelen. Darum geht es.
Jann: Wir sind echt, kein weiteres Produkt einer Plattenfirma, welche keinen eigenen Stil hat, wir sind tatsächlich hier und wir wurden geboren um Aufzustehen und zurück zu schlagen.

Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit für das Interview genommen und all diese Fragen beantwortet habt.
Pekko:
Dankeschön. Grüße.
Sirpa: Bis dann!

koeh

 

01.03.2010

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