Interview

Jaded Heart (Axel Kruse)

Stell Dich doch bitte einfach mal vor.
Ja... hi, ich bin der Axel von Jaded Heart, Drummer, seid, ja…, 20 Jahren, ungefähr (lacht), 10 Alben usw., früher auch bei Mad Max gewesen, ja, und jetzt aktuelles Album: Perfect Insanity, und Tour mit Rage vor den Augen sozusagen.

Wann und wie hast Du mit dem Schlagzeug spielen angefangen? 
Och das ist schon ganz ganz lange her, ca. als ich 15 war. Wie üblich halt, mit Schülerband usw. man hatte ja so seine Vorbilder – ich z.B. Cozy Powell von Rainbow – ja und so ging das los, dann ergab sich das eine zum anderen, und dann bin ich mit 20 ja schon damals zu Mad Max gekommen.

Was ist Musik für Dich? Beruf, Hobby oder Lebenseinstellung? Oder alles?
Alles! (lachen) 
Alles, 

Alles!

Ok, Du bist hauptberuflich Musiker? 
Nein. Das ist leider heutzutage kaum noch möglich. Wenn man nicht gerade (Pause) schon allein in Deutschland mindestens 50.000 Platten verkaufen kann… kannst Du davon nicht mehr leben, also das ist einfach nicht mehr machbar.
Und ich arbeite aber im Musikbusiness auch, also in einem großen Vertrieb für Gitarrenmusikzubehör usw.

Das neue Jaded Heart Album scheint sich im Gesamtbild etwas von den Vorgängern zu unterscheiden… was ist Deiner Meinung nach der entscheidende Unterschied, falls es einen solchen gibt?
Also ich finde, ehrlich gesagt, dass es jetzt nicht so einen riesen Unterschied zum letzten Album gibt. Dass natürlich nach unserem alten Sänger damals ein Schritt, oder auch ein Schnitt, vonnöten war, war uns allen klar, und wir haben halt versucht den etwas langsamer zu gehen. Aber so, wie das letzte Album jetzt geworden ist, so wollten wir eigentlich immer klingen, nur ging das halt (lacht) früher leider nicht.
Ja, Perfect Insanity ist eigentlich so das Album, was wir jetzt immer schon machen wollten, und das ist auch so die Richtung, wie es jetzt auch bleiben wird. Also es wird jetzt nicht noch härter oder schneller, oder (Pause) brachialer, also das wird schon so in etwa jetzt immer bleiben bei uns.

Denkt Ihr, dass Ihr damit neue Fans bekommt oder alte „abschreckt“ – Was denkst Du, in welche Richtung es geht? 
Also es zeichnet sich jetzt schon ab, dass wir erheblich mehr neue Fans dazu bekommen, als alte zu verlieren. Dass man natürlich nicht jedem immer alles Recht machen kann, ist völlig klar – das war uns auch von vornherein klar - ich meine, was sollen wir uns weiter mit einer Musik „herumquälen“, die wie eigentlich nie wirklich so machen wollten. Und jetzt ist halt genau das, was mir machen wollen und da muss man natürlich auch den Schritt gehen, dann zu sagen, Ok, wir können’s nicht jedem Recht machen, wir versuchen es so weit wie möglich gut zu machen und wem’s gefällt, ok, wem’s nicht gefällt (Pause) halt nicht. Aber bis jetzt siet’s so aus, dass mehr Leute es akzeptieren und den Schritt mitgegangen sind, als dass wir alte Fans verloren haben.

Kommt es einem als Schlagzeuger manchmal so vor, als wäre man die Person in der, die als letztes wahrgenommen wird?
Das kann ich bei uns nicht wirklich sagen, da ich halt sonst, außer der Musik, fast alles für die Band mitmache, sprich, die ganzen Management-Geschichten usw. Also ich finde das eigentlich nicht. Es kommt aber, glaube ich, auch immer auf die Person an, wie man sich selber auch sieht. Also ich bin ganz froh, dass ich mich dann hinten mal schön in Ruhe verstecken kann, wenn’s sein muss, und sonst habe ich keine Nachteile dadurch.

(in Zusammenhang damit…) Was sagst Du zu folgendem Statement: „Es geht nichts über den Rhythmus – ohne ihn gäbe es nichts als Verwirrung und Krach.“  [Chris Kinder]
Genau, das ist… so. Also ohne Bass und Schlagzeug würde ne Band nicht funktionieren.

Welcher Aufgabe stellst Du Dich als nächstes? 
Ja, wir bereiten uns jetzt gerade auf die Rage-Tour vor, spielen noch irgendwie ein paar Einzelshows dann danach in England, ich denke mal, dass wohl noch ein paar Festivals dazukommen werden, und dann wird im Sommer wahrscheinlich wieder angefangen, neue Songs zu machen, und dann... mal schauen, was noch so kommt dieses Jahr. (Pause) Wir müssen auch mit der Plattenfirma neu verhandeln, ob wir jetzt bei Frontiers bleiben oder ob wir uns eine neue suchen, das ist gerade noch ein Gesprächsthema. Also erstmal ist jetzt halt die Tour im Vordergrund und dann schauen wir mal, was danach passiert.

Und wo siehst Du Dich in so 10 Jahren?
Genau hier, wo ich jetzt auch bin. Also ich denke, es wird sich nicht viel verändern. Wir werden vielleicht alle ein bisschen älter, aber sonst... denke ich, wird sich nicht viel verändern. Wir werden alle weiter Rock'n'Roll machen.

Was ist zurzeit das Beste in Deinem Leben? 
Das Beste in meinem Leben...
Hmm (Bestätigung) 
(denkt nach) die Band?

Bist Du ein Familienmensch?
(lacht) Definiere Familie.
(lacht) die Frage gebe ich zurück.

Also ich habe eine Freundin und lebe auch mit der zusammen, aber keine Kinder oder jetzt großartig Familienambitionen. Ich glaube, das wäre auch zurzeit nicht so toll, wenn man oft im Jahr weg ist. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Da möchte ich jetzt nicht irgendwie für andere sprechen. Das ist halt meine eigene Meinung.

Hast Du irgendwelche Hobbies? 
Äh ja, Schlagzeug spielen (lachen)
Davon mal abgesehen
...
und also, ich gehe gern zum Fußball hier, und sonst mit Freunden treffen, was Essen gehen oder so. (Pause) Aber das reicht dann auch.

Wie kann man sich einen ganz normalen Tag in Deinem Leben vorstellen?
Wie bei allen anderen auch (lacht). Schlecht gelaunt aufstehen, Kaffee trinken, arbeiten, (Pause) ja, ein bisschen proben, ein bisschen Sport machen, und dann halt auf's Wochenende warten.

Wenn Du wüsstest, dass morgen die Welt unterginge, was würdest Du tun?
Äh, nichts mehr. 
Warten, also?

Ja. Ob's wirklich passiert...

und Deine schlechteste Angewohnheit?
Ich kann schlecht nein sagen.
(Pause) Gut, zu wissen...

(lacht) Aha...
Nein, das war jetzt böse...

Nöö...

was bedeutet für Dich...
... Liebe? 

Treue und Ehrlichkeit.
... Freundschaft?

Treue und Ehrlichkeit.
... Freiheit?

Deutschland

Schlusswort:
Ja, ich hoffe, dass wir viele Leute auf der Tour treffen werden, auch welche, die es sich vielleicht erst nicht vorstellen können, dass sie uns halt jetzt eine Chance geben, und dass halt die Leute nicht so viele Platten brennen oder sich mitbringen lassen, woher auch immer, sondern vielleicht mal selber in den Plattenladen gehen, sonst ist nämlich die Industrie bald im Arsch.

mica

 

01.03.2010

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