Interview

Babylon Bombs (Ricky)

Die schwedische Band Babylon Bombs hat im letzten Oktober ihr nunmehr drittes Album hierzulande veröffentlicht. Auch ist seit letzem Jahr Verstärkung in Form von Ricky, dem Bassisten, mit von der Partie. Mit eben diesem hatten wir das Vergnügen ein Telefoninterview zu führen... einen Auszug gibt es hier :-)

Wann und wie hat Du mit der Musik angefangen und was, würdest du sagen, war bis dato der größte Impuls?
Gilt die Frage mir oder der Band?
Beidem, wenn Du möchtest.

Okay (lacht). Also ich persönlich: ich habe etwa mit 8 Jahren oder so angefangen – also mein Papa ist nämlich ebenfalls ein Rock'n'Roll-Bassist, und er hat mir solch großartige Bands wie Deep Purple oder Led Zeppelin gezeigt. Ich höre also eigentlich schon mein ganzes Leben lang Rockmusik. Als ich dann älter wurde, habe ich angefangen Bassgitarre zu spielen, auch in einigen Bands, und da ist dann alles ins Rollen gekommen und (lacht) jetzt kann ich nicht mehr aufhören.
Und, was die Band angeht: Da ich das Neuste Mitglied der Band bin, ich bin erst seit etwa anderthalb Jahren dabei, während die Band ja bereits 2003 oder 2004 angefangen hat – es war Dani, der Sänger, der die Band zusammen mit Swaint gegründet hat, unserem Drummer; kurz danach kam Gitarrist Jon mit dazu. Sie veröffentlichten drei Alben, bis jetzt und... naja, die Geschichte geht weiter (lacht).

Welchen Beruf würdest Du ausüben, wenn Du kein Musiker wärest?
Ääh... vermutlich Photograph. Denn... das ist es, was ich... tue (lacht). Abgesehen von der Musik, photographiere ich sehr viel; viele Bands und Musiker hier in Schweden.
Professionell oder als Hobby?

Ich würde sagen semi-professionell (lacht). Zusammen mit der Musik habe ich mein Auskommen. (...)

Was ist das Beste daran, Musiker zu sein?
Das Beste, vom Musik machen, was ich liebe, einmal abgesehen, ist, dass Du eine Menge interessanter Leute triffst, auf der ganzen Welt. Ja, ich denke, das ist das Beste, und natürlich, dass Du viel von der Welt sehen kannst, dass Du über den ganzen Globus reist. Also, ich denke, das ist das Interessanteste bzw. das Witzigste daran, in einer Band, oder Musiker, zu sein.

Wie hat der Kompositionsprozess des letzten Albums ausgesehen?
Meistens läuft es so ab, dass Dani, der Haupt-Songwriter, zur Probe kommt, mit ein paar Ideen, und dann jammen wir danach einfach ein paar Wochen. Und dann schreiben wir den kompletten Song gemeinsam, aber Dani ist derjenige, der die Grundideen einbringt. Dann machen wir meist Vorab-Aufnahmen, woran die Songs sich natürlich weiter entwickeln, und dann... nun, nehmen wir sie einfach auf. Es funktioniert also ziemlich gradlinig, wie bei den meisten anderen Bands auch, denke ich. (...)

Was, würdest Du sagen, ist zur Zeit das Wichtigste in Deinem Leben?
Das Wichtigste?
Ja...

Darf das auch ein Mensch sein?
Ja, natürlich!

Na, dann sage ich nämlich: Meine Freundin! Liv von Sister Sin. Sie ist das Wertvollste, was ich zurzeit habe.
Es freut uns, das zu hören. Kommt ja nicht so häufig vor, dass ein Rocker, bzw. ein Musiker, das über seine Freundin sagt.

Ja, ich weiß (lacht), aber sie ist nicht so das klassische Mädchen. Sie ist die Leadsängerin von Sister Sin, also eher ein... knallharter Typ (lacht) (...) hört Euch die Band mal an!

Was denkst Du, wird die Zukunft bringen, und welche Pläne habt Ihr bereits?
Ihr habt vielleicht schon gehört, dass Swaint, unser Schlagzeuger, sich auf der Tour in Deutschland das Rückgrad verletzt hat (...) Er war einige Wochen im Krankenhaus, und es geht ihm erst seit Kurzem wieder besser. Also werden wir zurück zu den Proben gehen, und dann eine Menge Gigs spielen – also wir sind gerade dabei ein paar Touren zu buchen – vermutlich werden wir für den Rest des Jahres unterwegs sein. Und ich denke, im Sommer beginnen wir wieder an neuen Songs zu arbeiten, und werden wahrscheinlich auch ein neues Album aufnehmen. Das hoffe ich zumindest. So lautet der Plan (lacht).

Was magst Du am liebsten an Deinen Kollegen?
Ich denke, dass sie einem Rückhalt geben, sie sind echt wie eine Familie. Sie sind echt aufgeweckt, intelligent, wir streiten uns nicht, sondern diskutieren. Wir hängen gemeinsam rum, trinken Bier, gehen zusammen Essen... ja, sie sind die besten Freunde, die man haben kann.

Und was kannst du gar nicht an ihnen leiden?
Gar nicht... haaaaa (denkt nach) das ist eine gemeine Frage (lacht) ... (denkt weiter nach) ... ich weiß es nicht ... (denkt noch mal nach) Nein, um ehrlich zu sein, fällt mir da nichts ein (lacht) Ist das eine langweilige Antwort?
Nein, nein... ich denke, es ist nur positiv für Euch (lachen)

Ja, es ist die Wahrheit, mir fällt wirklich nichts ein.

(lachen) okay, weiter zur nächsten Frage:
wenn Ihr alle Comicfiguren wäret, wer wäre dann jeder Einzelne?

Um ehrlich zu sein, arbeiten wir gerade an ein paar neuen T-Shirt-Aufdrucken, und da SIND wir Superhelden (lacht). Aber sie sind noch nicht ganz fertig, also...
Ich wäre wohl der Gummi-Mann. Der, der seine Glieder dehnen kann, um Dinge aus weiter Ferne zu greifen. (...) also dünn und... knochig (lacht) das ist meine... Beschaffenheit (lacht). Und ich denke, Jon wird auch der Gummimann sein, denn er ist auch so mager (lachen). Und Dani... er währe bestimmt – wollt Ihr echte Superhelden oder ausgedachte?
Äähh... pfff, wie Du willst... (lachen)

– also Dani wäre wohl äähhm... (Pause) also Swaint: der wäre Wolverine, denn er ist sehr behaart und ..., na Ihr wisst schon, großer, starker Mann... also er wäre Wolverine, mit Krallen und allem drum und dran. Also Dani... er wäre (Pause) so... ein... (denkt nach) cooler, ruhiger Typ... mit Köpfchen. Also wahrscheinlich ein schlauer Typ, mit hohem IQ... (...)

Was ist, für Dich, das beste Album aller Zeiten?
Uuhh, ich muss sagen, das ist Deep Purple – Made in Japan – das Live-Album. Das sind wirklich großartige Künstler, eine wahnsinnig tolle Atmosphäre auf diesem Album. Und es war letztlich diese Band, die mich an den Rock herangeführt haben.

Wenn Du für einen Tag eine völlig andere Person sein könntest, wer wärest Du gerne?
Ich sollte vielleicht sagen Tiger Woods, denn er ist immer der Böse (lacht), aber ich denke, ich wäre gerne Slash. Ich glaube, er führt ein wahnsinniges Leben, er kennt jeden, und er kann überall rumlaufen und mit jedem spielen, mit dem er möchte. Und er spielt ja sehr viel. Ja, ich denke, ich wäre gerne Slash.

Stell Dir vor, Dein Leben würde verfilmt... wer würde Dich spielen?
Huh... (denkt nach) wahrscheinlich ein gutaussehender, muskulöser Typ. Ich würde sagen... vielleicht Charlie Sheen? Kennt Ihr den?

Ja, und ob! Aber ich dachte, Du wärest dünn?(lachen)
Jaja, aber... (lacht) wenn ich mich mir vorstelle würde ich mich ein bisschen muskulöser machen, öfter mal ins Fitnessstudio / in die Turnhalle gehen... was allerdings nicht passiert. (lacht)

Hast Du irgendwelche Hobbies?
Ja, ich gehe gerne aus und schau mir andere Bands an, hier in Stockholm. Ich denke, das ist der größte Spaß, den man haben kann, wenn Du dir eine Band anschaust, von der Du vorher noch nie was gehört hast, wenn sie jung und noch nicht unter Vertrag sind... dann sind sie so voller Leben. Ja, das ist eins meiner Hobbies. Ja, und natürlich photographieren und all das.

Erinnerst Du Dich an die Helden Deiner Kindheit?
Um ehrlich zu sein, hatte und habe ich eigentlich gar keine Helden... also, so arrogant das jetzt auch klingen mag, aber ich denke, dass ich es besser machen kann als irgendein Held (lacht).
Allerdings: was das Bassspielen angeht, da ist Billy Sheehan von Mr. Big der größte Bassist der Welt für mich.

mica

 

01.03.2010

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