Interview

Kivimetsän Druidi (Leeni-Maria Hovila)

Würdest Du Dich bitte kurz vorstellen?
Ich bin Leeni-Maria von Kivimetsän Druidi aus Finnland, und meine Band und ich machen Fantasy Metal, außerordentlich ernsthaften Fantasymetal.

Würdest Du uns bitte eine kleine Bandhistory geben?
Eine kurze Bandhistory? Natürlich.
Die Band wurde2002 gegründet von Drei Mitgliedern, die auch heute noch im Line-Up sind, die Koskinen Brüder, Joni und Antti, und Rinksa, unser Leadgitarrist. Joni und Antti haben eigentlich die meisten Songs geschrieben, und das tun sie immer noch. Nun, ich kam vor zwei Jahren dazu, 2008; davor hatten Druidi zwei Sängerinnen, mit denen sie einige EP’s und Demos aufgenommen haben, ich glaube etwa 5 oder 6 davon. Dann, im Sommer 2008, kurz nachdem ich dazugestoßen war, (…) unterschrieben wir den Vertrag mit unserer Plattenfirma, Century Media. Zu dem Zeitpunkt hatten die Jungs bereits eine Europatour gemacht, danach machten wir eine weitere im Herbst 2008. Im November tourten wir durch die Staaten und Kanada. In dem Jahr kam unser Debütalbum raus, The Shadowheart, bzw. Shadowheart – ohne das Das (without the the) [lachen]. Und wir bringen jetzt im April (…) unser zweites Album raus, Betrayal, Justice, Revenge. Ja, ich denke, das war eine kurze Bandhistory [lachen].

Was hat Dich dazu gebracht, der Band beizutreten?
Ich habe einen Anruf der Jungs bekommen – Ich war bereits Mitglied in einer Metalband gewesen, Exsecratus, ebenfalls bin ich in dem Projekt The Bodysnatcher, was im Moment eher ruht, aber immer noch existent ist (…). Als Druidi sich in der Situation befanden, dass sie eine neue Sängerin brauchten, kam Hatte, unser finnischer Manager auf die Idee... er hatte eine Review über das Album von Exsecratus gemacht, daher erinnerte er sich an mich, und dann habe ich eben einen Anruf bekommen – während ich auf der Arbeit war – ob ich nicht Lust hätte in diesem Fantasymetal-Projekt zu singen. Ich hab mir dann die MySpace-Seite der Band angeschaut und das erste Lied dort war Blacksmith, was sozusagen einer der… älteren Hits ist, einer der ersten Songs überhaupt. Und er klingt sehr nach dem, was Kivimetsän Druidi auch tatsächlich war, zu der Zeit: er fängt an mit diesen Blastbeats, und die ersten 10 Sekunden, die ich hörte, dachte ich: „Oh mein Gott!! SO klingen die...“ - ich war richtig enttäuscht – aber dann kamen die Fantasy und Symphony-Parts, und ich hatte so ein schlechtes Gewissen [lacht], naja und ich entschied mich, es zu versuchen und... das war's.

Der Bandname basiert ja auf einem selbstgeschriebenen Roman; kannst Du uns was darüber erzählen?
Eigentlich nicht viel, denn der Roman ist Jonis. Ich habe ein paar Zeilen daraus gelesen, als er mir sein Manuskript zeigte. Er hat noch nicht so viel geschrieben, also das meiste passiert in seinem Kopf. Aberzusammengefasst: Das Welt, die er erschaffen hat, wird The Land of the Crystal Mountain genannt, was wiederum ein Song von uns ist , einer der ältesten, Kristallivuoren Maa, was eben Land des kristallenen Berges auf finnisch heißt. Er hat sich die gesamte Welt, die Orte, in denen unsere Lieder spielen, ausgedacht. Das ist also die Inspiration und die Texte eine Geschichte über eben dieses Land, aber der Roman selbst ist nicht wirklich fortgeschritten in den letzten Jahren. Ich denke, weil alles, was er sich ausgedacht hat, in die Songs einfließt, erscheint das Buch also in Form der Lieder von Kivimetsän Druidi. Es wird also bereits erzählt. (...) Ich kann jetzt gar nicht so viel dazu erzählen, außer vielleicht dass der Kivimetsän Druidi selbst, also der Druide des Steinernen Waldes einer der Charaktere aus diesem Roman ist.

Bitte beschreib das neue Album in drei Sätzen.
[Pause] DREI...
Drei.
Oh, mein Gott... drei Sätze, nun... können die Sätze lang sein? [lachen]
Lass es mich versuchen...
Das erste (...) ist, dass Betrayal, Justice, Revenge viel aggressiver, sowie symphonischer und epischer als Shadowheart, oder jegliches Material, was wir vorher gemacht haben.
Die zweite wichtige Sache ist, dass es wesentlich vielseitiger ist, was nicht nur eine natürliche Entwicklung in unserer Musik ist – wir haben auch zwei Songs von anderen Mitgliedern schreiben lassen als sonst.
Oh, was kann ich zu Nummer 3 sagen... [Pause] der Dritte Satz: Diejenigen, die vielleicht Shadowheart gehört haben, merken vielleicht, das dieses Album besser gespielt. Gesungen, produziert ist, alles in allem eben besser als das Debüt, wir mögen dieses Album so viel mehr [lachen].

Reden wir über Deine musikalische Laufbahn. Wann und wie hat sie begonnen?
Nun, ich stamme aus einer Familie mit Musikergeschichte, von Seiten meines Vaters. Mein Vater ist nämlich Organist, also derjenige, der in der Kirche die Orgel spielt. Er ist ein Gemeinde... [denkt nach] Arbeiter, oder besser: er war, denn er ist jetzt im Ruhestand. Vor ihm waren einige andere in der Familie auch Musiker. Und so war grundsätzlich Musik schon immer dagewesen, wobei die Musik, de präsent war meist evangelisch-lutherische... Kirchenlieder waren. Ich habe zwar mit dem Singen angefangen, als ich noch sehr jung war, aber Unterricht habe ich erst mit 17 genommen. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon viele verschiedene Musikrichtungen gehört, sowohl Gospel, denn das ließ sich ja nicht verhindern, also auch, oh das waren viele... z.B. New Kids On The Block, Alice Cooper und The Cure, und sowas. Ich war also ziemlich entgegengesetzt interessiert, als ich mich dazu entschied Klassischen Gesang zu lernen. Ich denke, klassischer Gesang ist ein gutes und gesundes Fundament, auf dem ich in jede Richtung improvisieren kann. Also mit 17 habe ich mit dem Unterricht angefangen, aber das war nur ein Hobby, also eine Stunde die Woche oder so. dann kamen Jahre, in denen ich in soliden Jobs arbeitete, auf der Suche nach meinem Platz in der Welt war. 2006 war dann das Jahr, in dem alles so richtig anfing, damals war ich 28 und hatte den Unterricht schon so lange genommen, ohne aber irgendwas daraus gemacht zu haben,. Das war der Zeitpunkt, an dem ich mich entschied mit einem richtigen Musikstudium zu beginnen, ich hatte einfach das Gefühl, ich müsse das tun, sonst würde ich niemals glücklich werden, und dann wäre es auch völlig egal, was ich überhaupt täte. Ich habe ein Jahr an einer privaten Musiktheaterschule in Helsinki studiert. In dem Jahr habe ich auch einen Eintrag über mich in die größte finnische Heavymetal-Datenbank geschrieben, dass ich mich nützlich machen könnte, in Form von Singen, falls jemand Interesse hätte. Dann habe ich ein paar Backingvocals für Swallow the Sun, dann habe ich Exsecratus, und The Bodysnatcher, oder eigentlich haben die mich gefunden. Danach, vor etwa anderthalb Jahren habe ich begonnen, am Konservatorium zu studieren. Ich habe also viele Jahre Unterricht gehabt, aber erst vor kurzem angefangen Musik volltags zu studieren, also klassische Musik, ich habe Klassikstunden, und Musikgeschichte, Geschichte der westlichen klassichen Musik. Nun, 2008 bin ich bei Druidi eingestiegen. Und das ist mein musikalischer Werdegang, nicht viel mehr, eigentlich, als lernen.

Wie kann man sich einen gewöhnlichen Tag in Deinem Leben vorstellen?
[lacht] das ist eine deprimierende Frage... Also ein ganz normaler Tag in meinem Leben, läuft meistens so ab, dass ich morgens aufstehe und zur Schule gehe und, studiere... und manchmal kotzt es mich an, weil ich einfach das Gefühl habe, keine gute Leistung zu bringen, denn am Abend muss ich arbeiten – die Studienbeihilfe in Finnland ist ein Witz. Du kannst davon nicht leben, musst also zusätzlich arbeiten (...) - naja, dann gehe ich arbeiten, als Kunstmodel, ich habe einige Auftraggeber, dann komme ich nach Hause zu meinem Kerl und vielleicht schmuse ich etwas mit meiner Katze, manchmal schauen wir uns Filme an oder sehen fern, manchmal lerne ich auch für den nächsten Tag – was ich viel zu oft nicht tue. Und das wäre mein normaler Tagesablauf. Ich habe versucht von kaffee loszukommen, aber es geht nicht, [lachen] am Ende des Tages habe ich meistens mindestens einen Kaffee getrunken. Es gibt da dieses wunderbare kleine Bistro, ein italienisches Bistro, ganz in der Nähe des Konservatoriums in Lahti, sie haben WUNDERBAREN Latte, ich liebe Latte... [denkt nach] Manchmal setze ich mich auch einfach hin und versuche kreativ zu sein, aber das kannst Du nicht tun, wenn Du nicht für eine Weile alles andere liegen lässt. Aber so geschäftig, wie die Welt nun einmal ist, kommt es nicht oft vor, dass man einfach mal alles liegen lassen kann.

Was magst Du am Wenigsten an Dir selbst?
Oh, die Tatsache, dass ich mich selbst nicht mag. Ich bin ein typisch finnisches Mädchen, mit kompliziertem... Kopf und grundsätzlichen Problemen mit meinem Selbstbewusstsein, was einfach dumm ist. Das ist wahrscheinlich meine unsympathischste Charaktereigenschaft, denn es es hat auf wirklich viele Dinge Einfluss und ist wirklich dumm, und macht die Dinge bloß schwieriger.

mica

 

13.06.2010

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