Reviews & Previews

Tharsys – Under Her Dead Hands

Yonah Records / Alive
29. Januar 2010
3 von 6 Punkten

Selten habe ich einen Opener gehört, der (bitte verzeiht diese Fäkalsprache) derart Scheiße ist. Begründung: So etwas vorhersehbares (und in den Strophen exakt 2-Töniges) gab es in meinem Player schon lange nicht mehr.
Hätten Tharsys doch lieber mit Lied Nr. 2 angefangen – das ist um Längen besser. Und in der Tat steigt das Niveau ab da rapide an. Coldblood zeigt schon mit Einsatz der Akustikgitarre, dass auf künstlerischer Seite viel Feingefühl vorhanden ist, genau wie in den bodenständigen Texten, die unverblümt und direkt wirken. Nennenswert ist auch die Vorliebe der Sauerländer, die Genregrenzen einzureißen – dies macht vor allem aus Halls of Desolation eine kleine Perle – doch zu oft arbeitet das Sextett mit Abrissbirne und Schlagbohrer, so dass viele Übergänge kalkuliert und erzwungen wirken. Abwechslungsreichtum ist seit geraumer Zeit sehr populär, doch nur angebracht, wo dem natürlichen Empfinden nach Änderung passt. Dies ist Tharsys an vielen Stellen gelungen, doch der konstruierte Teil überwiegt.
mica

 

01.03.2010


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