Konzertbericht

Tarot / The Man-Eating Tree

24. Oktober 2010
Berlin Knaak Klub

Einlass: 19:00 
Beginn 20:00

Der Knaak Klub in Berlin ist ein Szene-Tipp, der schon so manche Überraschung aufgetan hat. So konnte man an diesem Sonntag zwei finnische Bands bestaunen, von denen zumindest eine im Heimatland schon seit Beginn der 80er stetige Erfolge feiert, Tarot, Hauptband des hierzulande durch Nightwish bekannt gewordenen Marco Hietala.

Pünktlich um Halb 8 betreten die Damen und Herren von The Man-Eating Tree die Bühne. Das atmosphärische, in blauem Licht badende Intro macht die noch recht überschaubare Menge neugierig. Ruhig, beinahe ätherisch und (irgendwie typisch) düster eröffnet das Quintett den Abend. Mit der Publikumsnähe hapert es indes ein wenig, da die skeptischen Zuhörer augenscheinlich  weniger Darkrock und mehr Party zu erwarten scheinen. Nach ersten kleineren technischen Problemen und gezielten Kontaktversuchen von Seiten der Musiker, scheint dann doch langsam aber sicher der Funke überzuspringen. Die finnischen Newcomer geben Songs ihres Debütalbums „Vine“ zum Besten, wenn auch der Sound eher mittelprächtig und Sänger Tuomas Tuominen entsprechend schwer zu verstehen ist. Doch schadet dies dem Gesamtbild nur wenig. Lieder wie Out of the Wind oder Of Birth For Passing können die sich stetig mehrende Menge langsam vom Können der Musiker überzeugen. Höhepunkt der Show ist mitunter das auch als Video veröffentlichte The Longitude of Sleep.
Nach etwa 40 Minuten können die vier Herren und ihre Keyboarderin Heidi frohen Mutes die Bühne verlassen, denn sie haben eine gute Show abgeliefert.

20:32: "Alright Germany, alright Berlin… We’re back!" 5 Mann betreten die dunkle Bühne. Tarot starten voll durch mit Sleep in the Dark; glasklarer Sound, wechselnder Gesang und 100% pure Energie dröhnen von der Bühne und reißen das Publikum augenblicklich mit. Die Hits aus 25 Jahren Bandgeschichte sprudeln regelrecht von der Bühne, das vorwiegend in den 20ern und 30ern anzusiedelnde Publikum ist voll in seinem Element; Satan is Dead oder Crows Fly Black lösen Klatschchöre aus, die nicht aufhören wollen.
Während schMuRzi ein Interview mit The Man-Eating Tree führt (hier nachzulesen), geht sowohl auf der Bühne als auch davor sprichwörtlich die Post ab. Zurück in der Menge stellen wir fest, dass eben diese deutlich gewachsen ist. Die Stimmung ist gehobener als ohnehin schon, und die Ankündigung Marco Hietalas zu Rider of the Last Day beinhaltet die Information, dass in seiner Gegend Finnlands vorwiegend „super human beings“ aufwachsen. Nach Crawlspace werden die Zugaberufe lauter und penetranter, eben so, wie sie sein sollten. Warhead wird zum Besten gegeben und als die Euphorie unter den Fans scheinbar ihren Höhepunkt erreicht verabschieden Tarot sich mit Traitor so ziemlich genau um 22:00. Der Abend geht für alle wohl zufriedenstellend zu Ende, zumal die Musiker sich nach ihrem Auftritt Zeit für ausgiebigen Fanservice nehmen.
Fazit: ein rundum gelungenes Konzert sowohl der Hauptband als auch – wenn auch von technischen Fehlern begleitet und stilistisch vom Schema abweichend – des Supports.

mica

Das Interview mit The Man-Eating Tree könnt Ihr hier nachlesen.

 

24.10.2010


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