Grave Digger (Chris Boltendahl)

Ja hallo, ich bin Chris Boltendahl von der Gruppe Grave Digger und wir sind heute hier, heute abend spielen wir in Glauchau und ... ja, jetzt mach ich ein schönes Interview ...
lacht
... und dann legen wir mal los.
Ja!
Die Kurzfassung: Wie alles begann...

Wie alles begann ... 1980, Jugendzentrum Gladbeck. Zwei wilde Metaller lernten sich kennen, daraus entstand eine Band, die Band Grave Digger, die wir mehr oder weniger über die ganzen Jahre am Leben gehalten haben und ein paar Platten veröffentlicht haben. Und jetzt haben wir das Jahr 2009 und die Band gibt's fast ... ja 29 Jahre im November.

Was war vor Grave Digger, musikalisch?
Oh, da war eigentlich fast gar nichts. Ich habe diverse Instrumente gelernt, aber Grave Digger war eigentlich meine erste ernstzunehmende Band und da bin ich halt bis heute hängen geblieben. Also ich kann keinen großen musikalischen Lebenslauf vorweisen.

Gibt es Gründe für die damalige Umbenennung in Digger und den ... Stilwechsel (kann man das Stilwechsel nennen)?
Das war schon ein Stilwechsel, klar. Im Endeffekt war es eine kommerzielle Geschichte. Die damalige Plattenfirma Noise Records aus Berlin hat uns nahe gelegt, wenn wir noch ein bisschen mehr Geld verdienen wollten, sollten wir uns mal überlegen, ob wir nicht andere Musik machen und eventuell den Namen ändern. Ja, aus Grave Digger wurde dann Digger, aus der Musik wurde eine etwas softere Variante von Grave Digger, was dann im Endeffekt niemand hören wollte und uns zu einer etwas längeren Pause zwang. 

Und was war in der Zwichenzeit, in der Pause?
In der Zwischenzeit habe ich studiert damals und wir haben mit Grave Digger nach einem Jahr Pause eigentlich wieder angefangen Konzerte zu spielen im kleineren Rahmen, haben Songs komponiert, aber es war gerade so die Höchstphase von Bon Jovi und Konsorten, gerade auch dieser AOR Musikrichtung, und da wollte niemand wirklich was von Grave Digger wissen. Bis wir dann 93 wieder einen neuen Plattenvertrag bekommen haben und wieder voll durchstarten konnten.

Wer ist eigentlich auf die Idee mit dem Reaper gekommen?
Euer Keyboarder läuft ja immer ... maskiert rum - 

- (lacht) wir haben ihn auf der letzten Tour mal demaskiert, aber da haben wir uns dann viele böse Sachen anhören müssen ...
Wir hatten damals die Idee mit dem Album The Reaper, mit dem Sensenmann vorne drauf, haben das dann ein bisschen weiterentwickelt mit der Symphony of Death und dann mit der Heart of Darkness und haben seit der Zeit, so seit 94 den Reaper als Maskottchen, so wie der Eddie von Iron Maiden oder andere Maskottchen im Heavy Metal, und irgendwann hatten wir einfach mal die Idee den Keyboarder zu verkleiden, weil so ein normaler Keyboarder auf der Bühne war uns nicht so geheuer und dann haben wir den in die Kutte gesteckt. Da kann er jetzt immer den Reaper spielen, hat er ein bisschen was zu tun (lacht) ... neben dem Keyboard spielen. Und die Leute finden das einfach klasse.


Wie läuft im Allgemeinen bei Euch der kreative Prozess ab?
Das sind meist drei oder vier Leute. Bis zur Ballads of a Hangman waren es Hans-Peter, Jens, ich und Manni, seit der Ballads sind es Manni, Thilo und ich, die die Songs schreiben.

Gibt es da eine Hierarchie? Wie läuft das ab, ist erst die Musik da, oder der Text -
- oh, das ist ganz verschieden. Manchmal ist der Text da, manchmal die Musik. Also wir sind da nicht festgelegt. Aber ich bin immer der Meinung, erstmal muss ein gutes Metal-Riff da sein, was catchie und griffig ist und Wiedererkennungswert hat, dann kann man daraus einen Song formen und dann kann man sich auch mit dem Text beschäftigen. Also das ist meine Einstellung.

Soweit ich weiß, hast Du mal Bass gespielt -
- das ist aber schon sehr lange her.
(beide lachen)
... warum hast Du damit aufgehört?
Weil ich angefangen hab zu singen und beides nicht konnte (lacht). Ich bin kein Lemmy. Ich krieg's nicht koordiniert. Ich meine, ich bin auch kein wirklich guter Bassist, aber Bass spielen und Singen habe ich einfach koordinationstechnich nicht hingekriegt.

Deine Lieblingslieder?
Ach, das wechselt immer ganz oft. Manchmal sind's Songs aus den 80ern, dann auch wieder mal aus den Mitt-90ern. Ich spiele halt sehr gerne Heavy Metal Breakdown, Witchhunter – ist einer meiner Lieblingssongs – vom neuen Album sind es Hell of Disillusion, Pray und Ballad of a Hangman. Von der Tunes of War ist das Rebellion, auch sehr schön Scotland United, aber unser Schwerpunkt auf der diesjährigen Tour liegt mit Sicherheit mehr auf älteren als auf neueren Sachen.

Gibt es Wünsche, die Du Dir auf jeden Fall noch erfüllen möchtest?
In der Musik oder privat? (lacht)
Musikalisch würde ich mich freuen, wenn meine Band gesund bleibt. Das wir weiterhin zusammen Musik machen können und dass wir einfach auf dem Level, das wir jetzt haben weiter musizieren können. Und dass alle ihren Spaß haben, das ist für mich das Wichtigste.

Kurz und bündig...
Bist Du ein Familienmensch?

Absolut! Komplett! Also Familie geht mir über alles!

Der schönste Platz auf Erden?
Der an der Seite meiner Frau!

Deine schlechteste Angewohnheit?
Ähm, Pupsen?

mica

 

02.03.2009

rechts