Battle of Metal

05. - 07. Juli 2007
Geiselwind

Bei leichtem Regen macht das Zeltaufbauen am Hang natürlich besonders viel Spaß, aber das Wetter sollte sich zumindest in den folgenden Tagen bessern, so dass nur der Donnerstag ein wirklich feuchter Tag war. Später trocknete dann der Matsch friedlich in der Sonne, während die campierenden Metalheads Kontakte knüpften, grillten, schon mal vorglühten und das Festival am Abend mit Legio Mortis, Winter Dome und In Extremo einläuten ließen. Vor allem letztere brachten die nur mäßig eingestimmte Menge recht schnell zum mitfeiern, so dass man sowohl den Regen als auch die niedrigen Temperaturen leicht vergessen konnte. So kann ein Festival gern losgehen.

Der Freitag startete dann musikalisch ab Mittag auf beiden Bühnen voll durch. Ein Highlight für sich war allein schon Mambo Kurt, den man wohl am besten als Alleinunterhalter bezeichnen kann. Mit Heimorgel, Humor und Charisma lockte er das Publikum an und wer einmal da war, blieb auch gleich. Disbelief auf der Mainstage zeigten sich live eher durchschnittlich, zogen aber logischerweise mehr Fans an als die weniger bekannten Beloved Enemy, die erst auf Touren kommen mussten, dann aber mit jedem Song besser wurden. Samael waren wie erwartet mitreißend, voller Energie und bewiesen eine starke Bühnenpräsenz. Elis auf der Second Stage zogen ebenfalls viele in ihren Bann und ihre neue Sängerin bewies, dass ein würdiger Ersatz für Sabine Dünser gefunden werden konnte.

Dass die Mainstage unter Umständen unpraktisch sein kann, zeigten Behemoth, die das Pech hatten, noch im Tageslicht zu spielen, weshalb ihr corpsepaint nicht gerade gut zur Geltung kam. Auch musikalisch waren sie nicht gerade außergewöhnlich, so dass wir uns noch einmal im Dunstkreis der Second Stage umschauten - allerdings nicht sehr lang, da Eisregen wirklich Geschmackssache sind und wir uns ganz und gar nicht dafür begeistern konnten. Erneute Flucht war die Folge, diesmal zu Kataklysm, die wir allerdings im Nachhinein nicht mehr von Satyricon unterscheiden konnten. Bei den Deathstars, die wie manch anderer auch von Soundproblemen geplagt waren, aber zumindest im Dunkeln spielen konnten (Second Stage), landeten wir mehr oder weniger in der Fankurve, was das Fotografieren etwas erschwerte. Den Vergleich mit Rammstein sollte man an dieser Stelle allerdings strikt ablehnen, da allein schon die Bühnenshow völlig anders geartet war. Satyricon im Anschluss unterschied sich, wie bereits erwähnt, nicht wesentlich von Kataklysm. Der Höhepunkt des Freitagabends waren definitiv The Sisters of Mercy, bei denen sich das verwunderte "Die gibt's noch?" schnell in ein überdeutliches "Oh ja, die gibt's noch!" verwandelte und bei denen das Publikum dem Alter nach gemischt war, wie sonst das ganze Festival über nicht.

Die interessantesten Bands des Samstags schließlich waren unter anderem TYR, The Dogma, Haggard und natürlich der Headliner, Black Label Society, wobei die Leidenschaft der heimlichen Headliner The Dogma und das schlicht Überwältigende von Haggard bei uns die größte Begeisterung hervorgerufen haben.

apae

 

05.07.2007

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